Gartenwetter 2024

Die Aktiven des Stadtpflänzchen möchten Danke sagen, an alle, die mitgewirkt haben, die Saatgutbibliothek im 3. Jahr wieder möglich zu machen. Es kamen im letzten Winter so viele Sorten an selbstgewonnenem, samenfestem Saatgut zurück wie nie zuvor.

Über 2000 Samentüten konnten von den ehrenamtlichen HelferInnen gepackt und etikettiert und über die Stadtbibliothek verteilt werden. Auch Beschreibungen hat die Initiative erstellt, sodass auch nachgelesen werden kann, wie aus den Samen die Pflänzchen gezogen werden und was zu tun ist, damit sie wachsen und gedeihen. Auch ist hier beschrieben, wie von den einzelnen Pflanzen Samen gewonnen werden kann und was hierbei zu beachten ist, nicht immer ist das ganz einfach. So müssen z.B. Bohnen und Erbsen Samen nach der Ernte unbedingt tiefgefroren werden, bevor sie zurück in die Bibliothek gebracht werden. Sonst kann der Samen recht „lebendig“ werden, da sich die Bohnenkäfer darin verbreiten. Passende Literatur zur Gartenjahr, rund um das Hochbeet und über Saatgutvermehrung, ist in der Stadtbibliothek, direkt unter dem Regal der Saatgutregal zu finden.

Die meisten der 2000 gepackten Samentütchen fanden bereits AbnehmerInnen. Ein paar Wintergemüse und mehrjährige Pflanzen, die jetzt noch gesät werden können, stehen noch im Regal der Bibliothek bereit, z.B. Feldsalat und Endiviensalat.
Für viele Gemüse und damit auch für Samen, beginnt jetzt die Erntezeit und wir möchten Sie daran erinnern, dass wir auf Ihre Samenspende angewiesen sind, damit unsere Saatgutbibliothek auch weiterhin funktioniert. Wir freuen uns über Blumen-, Kräuter-. Gemüsesamen etc. Nur Chili haben wir noch genügend.
Das Gartenwetter 2024 war zuerst warm, dann kalt, dann nass. Das sorgte für viele Schnecken mit riesigem Appetit, die in vielen Gärten zu einer regelrechten Plage werden.. Sie kommen nachts und stürzen sich auf zartes Grün wie Salat, Gemüse oder Blütenstauden. Kein einfaches Gartenjahr, und damit auch nicht für die Saatgutgewinnung. Was hilft gegen die Schädlinge? Wirksam kann Kaffeesatz sein, der in einer dünnen Schicht um die Pflanzen gestreut wird. Sehr wirksam ist das Ausbringen von grob zerbröselten Eierschalen oder im Fachhandel gibt es Schneckenzäune aus Kupfer, die von den Tieren nicht überklettert werden. Manchmal hilft es auch, Alternativen anzubieten: z.B. leckere welke Salatblätter, eine dünne Schicht Rasenschnitt oder andere Blätter, die lieber verspeist werden als die lebendigen Pflanzen. Dies kann auch unterstützen beim letzten Ausweg, dem Absammeln: nasse Salat- oder Rhabarberblätter werde auf der Erde ausgebreitet – am nächsten Morgen können sie dann abgesammelt werden, denn hier suchen die Schnecken tagsüber Unterschlupf.

Wer trotz des nassen Sommers eine Ernte im Garten erzielt, ist wieder herzlich eingeladen gesiebtes und gereinigtes Saatgut in die Stadtbibliothek zurück zu bringen.
Im Januar beginnt dann wieder das Eintüten, sodass im Februar, wenn frühe Kulturen wie Auberginen, Chili und Artischocken vorgezogen werden, das erste Saagut bereit steht. Die Termine hierzu geben wir rechtzeitig bekannt.

Bis dahin nochmals ein Dankeschön an alle UnterstützerInnen, und weiterhin viel Freude im Garten!

Samenbomben

Samenbomben selber machen. Auch 2025 wieder Veranstaltung für Kinder. Mehr Blumen für Bienen und Co.

Stadtpflänzchen Veranstaltung für Kinder ab 5 Jahren. Nächster Termin in der Stadtbibliothek Emmendingen, Landvogtei 8 in Vorbereitung.
Anmeldung/Anfragen: maria@stadtpflaenzchen.de, stadtbibliothek@emmendingen.de oder telefonisch unter 07641  452‐4368

 „Samenbomben“ selbst herstellen. Wenn der Frühling vor der Tür stehtist es Zeit Blütenpracht in den Garten und auf die Wiese zu bringen.  Deshalb machen wir auch im kommenden Frühjahr wieder „Samenbomben“. Die „Samenbombe“ muss nicht gehegt, gepflegt und gegossen werden – die „Samenbombe“ kann einfach abgeworfen werden und am Ziel sprießen dann einige Zeit später bunte Blumen, die unser Auge erfreuen und Insekten wertvolle Nahrung bieten. Und? Seid ihr dabei?

Da wir wahre Meister im Erdemanschen werden, müsst ihr eine Schürze oder ein altes Hemd mitbringen, einen Eierkarton um die „Samenbombe“ zu transportieren und eine mittelgroße Plastikschüssel, um das Ganze zu vermengen. Da Pflanzerde, Tonerde und Samen nicht umsonst sind, bitte ich um eine kleine Spende. Ihr bekommt auch eine Anleitung, damit ihr zu Hause dann noch weitere „Samenbomben“ machen könnt. Ein nettes Geschenk für große und kleine Blumenfreunde.

Anleitung für Samensäule:
Ihr braucht:

  • 2 Teile torffreie Blumenerde
  • 1 Teil Tonerde (gibt es im Internet)
  • Wasser
  • Samenfeste, einheimische Blumensamen

Und schon kann es losgehen.

Schnappt euch eine große Schüssel und vermischt eure Zutaten miteinander. Die Erde dient als Nahrung für den Keimling und die Tonerde hält das Ganze gut zusammen. Und das Schönste daran ist, das die Samenbomben so bereits alles mitbringen, was die kleinen Pflänzchen für einen guten Start ins Leben brauchen.

Beginnt beim Mischen bitte zunächst mit wenig Wasser, denn wir wollen ja nicht, dass unsere Samen gleich zu keimen beginnen, oder? Meist reicht ein großer Schluck um eine knetfähige und formbare Konsistenz zu bekommen.

Dann kann gekugelt werden.

Denn jetzt wird nach Herzenslust gemanscht. Wenn eure Mischung nicht richtig zusammenhält, dann gebt einfach noch etwas Tonerde hinzu, denn die sorgt für mehr Halt. Am Ende sollten die Samenbomben ungefähr die Größe einer Walnuss haben. Nun müssen eure Bömbchen noch trocknen und dann können sie ab ins Säckchen (keine Plastiktüte).

Noch ein Wort zum Abwurfort unserer Samenbomben.

Ihr findet sicher genug Stellen im öffentlichen Raum, die etwas mehr Farbe vertragen könnten, oder?  Oder ihr pflanzt sie in einen etwas größeren Blumentopf, aber dann die Erde etwas feucht halten und nicht in die pralle Sonne stellen

Stadtpflänzchen im SWR-Fernsehen

Das Stadtpflänzchen Emmendingen findet immer mehr Aufmerksamkeit bei Bürgerinnen und Bürgern und nun auch bei den Medien. Der SWR schickte ein Filmteam nach Emmendingen, das Aufnahmen vor Ort machte. Der Beitrag ist nach ca. 35 Minuten in der SWR-Mediathek Landesschau Baden-Württemberg vom 26.1.2024 zu finden.

Im Mittelpunkt der Berichterstattung: Maria Steinmetz-Hesselbach. Sie ist die treibende Kraft und bringt das Stadtpflänzchen Emmendingen seit nunmehr fast drei Jahren nach vorne. Das vom SPD-Ortsverein Emmendingen initiierte und auf den Weg gebrachte Stadtpflänzchen stellt Interessierten nachhaltiges Saatgut kostenlos zur Verfügung. Die herzliche Bitte, die damit verbunden ist: Bringt von eurer Ernte dann wieder Samen zum Stadtpflänzchen zurück. Denn Ziel der Aktion ist es, sich selbst vermehrendes, nachhaltiges und regionales Saatgut wieder verstärkt in den Fokus der Gärtnerinnen und Gärtner zu rücken und zur Verbreitung und Vermehrung von samenfestem Saatgut beizutragen.

Mit der in der Stadtbibliothek in Emmendingen angesiedelten Saatgut-Bibliothek, mit der Homepage „stadtpflaenzchen.de“ und den von Maria geplanten und durchgeführten Veranstaltungen wie „Samenbomben basteln“ oder „Gemeinsam eintüten“ ist das Stadtpflänzchen inzwischen bei den Bürgerinnen und Bürgern angekommen.

Nun geht das Stadtpflänzchen Emmendingen ins dritte Jahr. Immer mehr Menschen haben sich der Initiative angeschlossen, holen Saatgut im Frühjahr und bringen einen Teil ihrer Samenernte dann auch wieder zum Stadtpflänzchen zurück.

Der Link zur Sendung „Landesschau Baden-Württemberg vom 26.1.2024“ mit dem Beitrag über das Emmendinger Stadtpflänzchen scheint leider inzwischen verschwunden: https://www.swrfernsehen.de/landesschau-bw/landesschau-baden-wuerttemberg-vom-2612024-100.html

Winterblume Christrose

Es ist Winterzeit und es ist eine trübe, dunkle Zeit, vor allem wenn Regen statt Schnee vom Himmel fällt. Nur die Christrose entfaltet ihre Blüten zur Weihnachtszeit und weckt den Garten aus dem Winterschlaf. Wenn sich die meisten anderen Pflanzen im Winterschlaf befinden, haben sie ihren großen Auftritt.  Es ist alljährlich ein Wunder, wenn sich die Blütenpracht der Christrose in der sonst tristen Natur entfaltet. Ab Ende Oktober beeindruckt uns das strahlende weiß der Blüten. Ab November bis April lässt uns die Christrose, auch Schneerose oder Lenzrose genannt, mit ihren gelb, rosa und roten, aber auch in kräftigen lila Tönen den Frühling erahnen.

Die Christrose ist einer der ältesten Kulturpflanzen und um sie ranken sich viele Legenden und Mythen. Die Christrose wurde früher im Volksmund mit Namen bedacht wie Nieswurz, Krötenliie, Warzenfluch, die nicht gerade werbewirksam waren für die schätzenswerten Gartenpflanzen der Helleborus. Die zerriebenen Wurzeln sollten früher den Erzählungen nach als Niespulver genutzt worden sein. Sicher ist, dass die Menschen der Antike schon wussten, dass die Gifte der Hellborus einerseits Drogen sind, deren Genuss Schwindel, Erbrechen, Krämpfe und Lähmungen hervorrufen, die zum Tode führen können – andererseits in richtiger Dosierung Heilmittel für Mensch und Tier sein können. Wurzelstöcke von Helleborus niger, der Schwarzen Nieswurz, wurden früher gerühmt für ihrer positive Wirkung bei Geisteskrankheiten.

Das natürliche Vorkommen der Christrose liegt in den Kalkalpen von Österreich, Slowenien und Italien. Aber auch im Berchtesgardenerland ist die streng geschützte Pflanze zu Hause. Sie findet bereits Erwähnung in antiken Erzählungen und war schon den Germanen heilig. Im Mittelalter wurden ihr sogar allerlei Heil- und auch Zauberkräfte zugeschrieben.

Der Inbegriff von Christrosen ist sicherlich die weiße Christrose, Helleborus niger, die ihrer schwarzen Wurzel wegen auch „Schwarze Nieswurz“ genannt wird.

Diese schönste Art ist gleichzeitig auch die eigenwilligste. Sämlinge erblühen erst nach drei bis vier Jahren, dafür können sie an geeigneten Standorten uralt werden. Sie wollen möglichst wenig bewegt werden. Nach dem Pflanzen zeigt sie erst im dritten Jahr ihre volle Schönheit. Teilen kann man sie am ehesten im späten Sommer. Beim Pflanzen müssen die Wurzeln senkrecht in die Erde kommen. Die Christrose benötigt kalkhaltige (!), lehmdurchsetzte Humusböden mit Mulchschicht, die vor allem bis zum frühen Sommer nicht austrocknen sollten. Starke Wurzelkonkurrenz sollte man Helleborus niger ersparen. In sauren, torfigen Böden werden sie von pilzlichen Blattflecken-Krankheiten befallen, die die Pflanzen sehr schädigen. In unserer schneearmen Gegend sollten sie einen halbschattigen, warmen windgeschützten Platz erhalten.

Die früheste Rasse Helleborus niger „Praecox“ beginnt schon im Oktober zu blühen. Die Sorte H. n. „Altifolius“ trägt den Namen „Christrose“ mit der größten Berechtigung, denn ihre Hauptblütezeit ist tatsächlich um das Weihnachtsfest herum – alljährlich wieder ein großes Wunder! Gut, dass Christrosen in der Blüte etliche Frostgrade überstehen können.

Klima belastet auch die Pflanzen

Der Sommer hatte alles zu bieten, sonnige, trockene und heiße Phasen wurden von durchwachsenen und kühlen Wetterphasen abgelöst. Schwülheißes Wetter mit kräftigen Unwettern vieler Orts war in diesem Sommer häufig anzutreffen. Baden-Württemberg schwitzt bei heißen Temperaturen deutschlandweit besonders. Der diesjährige Sommer war überdurchschnittlich warm. Am wärmsten war es entlang der Oberrheinebene zwischen Frankfurt und Freiburg. Wir wurden hier regelmäßig von „Hitzeglocken“ aus Südeuropa heimgesucht.

Deshalb müssen wir unseren Garten neu überdenken. Schon jetzt haben es durstige Pflanzen und der Zierrasen schwer, denn im Sommer wird das Wasser zunehmend knapp und steht nicht immer unbegrenzt zur Verfügung. Mit einer durchdachten Gestaltung lassen sich das Mikroklima im Garten und die Lebensbedingungen für unsere Pflanzen verbessern. Stichworte sind hier:  Kraterbeete oder Permakultur. Durch ein kluges Wassermanagement kann so für Zeiten von Hitze und Trockenheit vorgesorgt werden. Darüber hinauskann bei Starkregen das Wasser im Boden versickern, wodurch auch die Gefahr von Hochwasser verringert wird. Schottergärten verhindern die Versickerung und sind generell schädlich und zu vermeiden. Pflanzen sollten die Hauptakteure im Garten und Vorgarten sein, denn sie verbessern das Mikroklima, schützen den Boden und bieten Nahrung und Lebensraum für Tiere.

Auch wir, von der Initiative „Stadtpflänzchen“, haben den nicht so ertragreichen Sommer zu spüren bekommen. Trotzdem haben sich Menschen nicht nur kostenlos ihre Samentütchen „ausgeliehen“, sondern uns auch wieder von ihrem gewonnen Saatgut zukommen lassen. Allen, die uns Samen vorbei gebracht haben, sagen wir ein dickes Danke schön! Wir hoffen, dass sich noch ein paar Saatgutspender finden werden. Und dass diese immer mehr werden. Denn nur so kann unser Projekt „Stadtpflänzchen“ auf Dauer funktionieren.

Doppeltes Primelvergnügen: Premiere im Haus, zweiter Frühling im Garten

Winter ade, möchte man singen, wenn uns in den Blumengeschäften oder in den Gartencentern in goldgelb, orange, verschiedenen Blau-, Violett- und Rosatönen, in roten und rostigen Nuancen und in Weiß die Primeln entgegen lachen. Palettenweise möchte man sie nach Hause tragen, um draußen die bis dato verwaisten Schalen, Töpfe, Kästen zu bepflanzen und den Frühling herbeizuzaubern. Denn die Primel, die uns als Topfpflanze so bezaubert, ist ja eine Staude und sogar winterhart. In erster Linie werden die großblumigen Hybriden von Primula acaulis bzw. Primula vulgaris von Dezember bis April als Lückenbüßer vermarktet, für halbschattige Gartenplätze. Aber nicht nur dort sind Primeln prima. Jetzt kann man drinnen im Haus der schönsten Primellust frönen, einfach nur in der Lieblingsfarbe oder in verschiedenen Nuancen einer Farbrichtung oder in lustigem Kunterbunt. Vielleicht auch ganz in Weiß mit kleinem oder großem unterschiedlich getöntem „goldigen“ Herzchen?

Die Qual der Wahl ist bei den prächtigen Farben ebenso groß wie bei der Suche nach einem besonderen, ausgefallenen Pflanzgefäß. Eine Suppenterrine, Keramikschüssel oder gar ein Nachtgeschirr? Alles schon mal dagewesen. Vorzüglich eignen sich Körbe in jeder Form, Körbe, die sich mit Heu, Stroh und/oder trockenen Gräsern, mit Ranken, biegsamen Zweigen, Bändern und Borten und Kordeln natürlich „aufmotzen“ lassen.

Mit perforierter Folie ausgeschlagen, wird jeder Korb zum Pflanzgefäß. Für welches Gefäß Sie sich auch entscheiden: Es kann nur vorübergehend als Primelquartier dienen. Denn nach der Blüte sollten die vor kultivierten Primeln an ein halbschattiges Plätzchen in den Garten gesetzt werden. Dort erleben sie ihren zweiten Frühling. Man kann sich eine kunterbunte Primelecke einrichten, die Jahr für Jahr all die „Frühchen“ vom Zimmerintermezzo aufnimmt, denn zum Wegwerfen sind sie wirklich zu schade.

Mulchen

Mulchen – der Natur auf die Finger geschaut

Bei der Arbeit im Garten sollte die Natur unser Vorbild sein. Betrachten wir den Boden in einem Laubwald, so werden wir feststellen, daß er nie „nackt“ und ungeschützt daliegt. Jedes Fleckchen ist entweder mit Pflanzen bewachsen oder von Laub und abgestorbenen Pflanzenteilen bedeckt. Diese Streuschicht schützt den darunterliegenden Boden vor übermäßiger Sonneneinstrahlung, aufprallendem Regen, austrocknenden Winden und anderen Witterungseinflüssen. Diesen Zustand können wir in unserem Garten nachahmen, indem wir den Boden zwischen den Blumen- und Gemüsebeeten, unter Sträuchern und Bäumen mit einer Schicht aus Grünschnitt, Stroh oder Rindenhumus abdecken. Durch Mulchen werden eine ganze Reihe guter Wirkungen erzielt. Unter der Mulchdecke entsteht ein Bereich dunkler Feuchtigkeit, den unsere wichtigsten Mitarbeiter im Garten, die Bodenlebewesen, lieben. Durch den Mulch wird ihre Aktivität enorm gefördert; Regenwurm, Asseln und viele andere kleine und kleinste nützliche Gartenbewohner finden unter der Mulchdecke einen idealen Lebensraum, geschützt vor Trockenheit, prallem Sonnenlicht und größeren Temperaturschwankungen. Durch diese rege Bodentätigkeit und die ständige Zufuhr humusbildender organischer Substanzen entsteht eine krümelige Bodenstruktur, die wiederum für die Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen bietet. Wasser- und Lufthaushalt sind in harmonischem Gleichgewicht. Wasserüberschüsse werden schnell abgeleitet, so daß keine Staunässe entstehen kann. Andererseits kann der so gut vorbereitete Boden auch für längere Trockenperioden bestens Wasser speichern. Unter der Mulchdecke kann er nicht verschlämmen und verkrusten. Diese gleichmäßige Wasserversorgung der Pflanze verhindert Wachstumsstockungen und schaltet damit eine wesentliche Ursache für den Blattlausbefall aus. In Hanglagen wird der Boden leicht durch Wind und Wasser abgetragen. Nach starken Regenfällen finden sich häufig die wertvollsten feinen Bodenteilchen am Hangfuß zusammengeschwemmt. Eine Mulchdecke verhindert das. Gleichzeitig unterdrückt der Mulch das Unkraut. Durch den Lichtentzug haben Samenunkräuter keine große Chance, sich zu entwickeln, und das spart eine Menge Arbeit! Zu guter Letzt braucht ein gemulchter Boden viel weniger Gießwasser, da ihm durch die Decke kaum Wasser durch Verdunstung verlorengeht. Und jetzt im Spätherbst und Winter hält die Mulchschicht die Wärme im Boden und wirkt regulierend auf die Temperatur.

Zum Mulchen eignet sich unter anderem Grünschnitt, Kompost, Laub, Stroh, Rindenmulch, gehäckselter Baumschnitt und gesundheitsfördernde Kräuter wie Beinwell oder Brennessel.

Der Mulch verrottet im Laufe der Zeit und es werden Nährstoffe frei gesetzt. Die Humusbildung und das Bodenleben werden gefördert. Der Boden wird feucht gehalten und der Unkrautwuchs wird verhindert. Aber je nach Material kann die Mulchschicht leider auch Schnecken anlocken.

Maria

„Samenbällchen“ basteln

„Samenbällchen“ basteln für Bienchen und Co

Zutaten:

  • 200 Gramm Pflanzenerde ohne Torf
  • 200 Gramm Tonpulver
  • 3 Päckchen Saatgut (z.B. kostenlos beim Stadtpflänzchen in der Stadbibliothek in Emmendingen)
  • etwas Wasser und eine Schüssel

Tipp: 

Gemahlene Tonerde gibt es auch in Drogerien oder im Internet.

Anleitung:

Das Basteln von „Samenbällchen“ ist eine großartige Möglichkeit, um Blumen oder Kräuter in deiner Umgebung zu verbreiten. Hier ist eine einfache Anleitung, um deine eigenen „Samenbällchen“ herzustellen:

Schritt 1: Samen auswählen

Wähle Samen von Blumen oder Kräutern, die in deinem Klima gut gedeihen. Du kannst verschiedene Samen mischen, um eine bunte Mischung zu erhalten. Beliebte Optionen sind Sonnenblumen, Kornblumen, Ringelblumen, Basilikum oder Koriander.

Schritt 2: Erde vorbereiten

Nimm hochwertige Blumenerde und vermische sie in einer Schüssel mit etwas Wasser, bis sie feucht, aber nicht zu matschig ist. Achte darauf, dass die Erde genug Feuchtigkeit enthält, damit die Samen keimen können.

Schritt 3: Samen hinzufügen

Mische die Erde mit dem Tonpulver und den Samen. Dann vorsichtig etwas Wasser dazu geben. Mische alles gut durch, um sicherzustellen, dass das Samenmaterial gleichmäßig verteilt sind. Sollte die Masse zu nass geworden sein, noch etwas Erde oder Sand dazu geben bis die Msse gut geformt werden kann. Die „Bällchen“ etwa 2-3 Tage trockenen lassen.

Schritt 4: Formen der „Samenbällchen“

Nimm eine Handvoll der Samen-Erde-Mischung und drücke sie fest zusammen, um eine kompakte Kugel von circa 3-4 cm Durchmesser zu formen.

Schritt 5: Trocknen lassen

Lege die geformten „Samenbällchen“ auf Zeitungspapier  oder setze sie in einen Eierkarton und lasse sie vollständig trocknen. Das kann etwa 2 Tage dauern.

Schritt 6: Verwendung der „Samenbällchen“

Sobald die „Samenbällchen“ getrocknet sind, kannst du sie verwenden, um Pflanzen an verschiedenen Orten zu verbreiten. Du kannst sie in öffentlichen Parks, Gärten oder Brachflächen werfen. Die „Samenbällchen“ brechen auf, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen, und die enthaltenen Samen werden keimen und wachsen.

Schritt 7: Geduld haben und beobachten

Nachdem du die „Samenbällchen“ verteilt hast, sei geduldig und beobachte, wie die Samen keimen und sich zu Pflanzen entwickeln. Es kann einige Wochen dauern, bis die ersten grünen Triebe erscheinen.

Hinweis: Achte darauf, dass du die Samenbomben an geeigneten Orten verwendest und keine Pflanzenarten verbreitest, die als invasiv oder schädlich für die lokale Umwelt gelten. Respektiere Pivateigentum und öffentliche Regeln bei der Verbreitung der „Samenbällchen“.

Viel Spaß beim Basteln und beim Beobachten der wachsenden Pflanzen!

Der Blick über den Gartenzaun

Blütenrausch aus kleinen Zwiebeln, Betrachtungen von Hella Kreiselmeyer

Das Wiedererwachen des Gartens im Frühjahr ist immer wieder aufs Neue ein Wunder. Zwiebelpflanzen durchbrechen die Erde, Goldlack und Vergißmeinnicht breiten sich aus, und die krautigen Pflanzen zeigen ihr erstes Grün. Es ist ein langsamer, fast unmerklicher Prozess, bis der Winter plötzlich vom Frühjahr und dann endgültig vom Sommer abgelöst wird und der Garten in voller Blüte steht.

Das Frühjahr bildet den Auftakt des Gartenjahres; mit seiner Fülle belohnt es uns schon ein Stück für unseren Fleiß im vorangegangenen Herbst. Die frühlingsblühenden Zwiebelpflanzen öffnen den Vorhang und beherrschen die Szene, solange der Garten noch frisch und jung ist. Zwiebelpflanzen gehören zu den schönsten und zuverlässigsten Gartenfreunden. Beim Kauf weiß man schon, dass jede Zwiebel eine Blütenknospe enthält, die nur darauf wartet, in der richtigen Zeit aufzugehen.

Im Sommer freuen uns Lilien, Sommer Hyazynthen, den herbstlichen Garten schmücken Herbstzeitlose und Krokusse. Jedes Jahr erscheinen sie aufs Neue und beweisen uns ihre schier unerschöpfliche Energie der Vermehrung, ohne dass wir ihnen dabei helfen. Zwiebelpflanzen sind wegen ihrer Farbe im Frühjahr besonders wichtig, da die krautigen Stauden noch nicht mit ihnen in Konkurrenz treten können. Ihre Rivalen sind die Blüten von Bäumen und Sträuchern und dem frischen jungen Laub.

Viele Zwiebelpflanzen, die später im Jahr blühen, werden höher und großartiger. Sie heben sich ab von dem Pflanzengetümmel einer gut gefüllten Rabatte und setzen energische Akzente. Die Individualität ist ihr charakteristisches Merkmal. Die Zwiebeln bilden die unterirdischen Organe, in denen Nährstoffe und Wasser, die den Pflanzen eine lange Winterruhe ermöglichen, gespeichert werden. Zwiebeln sind im Grund verdickte Blätter der Pflanze, die den im Zentrum liegenden neuen Trieb umhüllen. Die Wurzeln sitzen unten an einer kleinen Scheibe.

Was man vom Flur einer Wohnung sagt, gilt auch erst recht für den Vorgarten: Er ist das Entree des Hauses und sollte deshalb mit viel Aufmerksamkeit und Liebe gestaltet werden. Es lohnt sich, dem kleinen Stück Gartenland zwischen Straße und Haus mehr Beachtung zu schenken, als es häufig geschieht. Noch bis vor dem zweiten Weltkrieg waren Wohnen, Arbeiten, Feiern und Spielen zur Straße hin orientiert. Danach hat sich dies – besonders in den Städten – einschneidend geändert. Städtebauliche Veränderungen wie die Verbreiterung von Straßen, Schaffung von zusätzlichem Parkraum, aber auch ein mangelndes Interesse der Bewohner am Grün vor dem Haus haben den Vorgarten vielerorts verdrängt.  Am schlimmsten ist, wenn das Grün durch einen Schottergarten (Garten des Grauen) ersetzt wird. In den letzten Jahren hat sich ein Trend weg von der Bepflanzung des Vorgartens, hin zu gepflasterten oder mit Schotter gestalteten Flächen entwickelt. 

Die Art der Vorgartengestaltung hat einen starken Einfluss auf das Mikroklima am Haus.

Gepflasterte Flächen und Schottergärten heizen sich im Sommer stark auf, Regenwasser kann nicht versickern. Das Stückchen Erde ist tot und bietet keinem Lebewesen ein zu Hause. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Schottergärten keine regelmäßige und aufwändige Pflege erfordern. Das ausgesamte Unkraut lässt sich schwer entfernen. Aus ökologischer Sicht sind Schottergärten eine Katastrophe und nicht umsonst sind sie in Baden-Württemberg verboten.

Aber ein Steingarten ist kein Schottergarten und eine ideale Anlage für Menschen, die möglichst wenig Arbeit mit dem Vorgarten haben wollen. Mit einem bepflanzten Vorgarten kann man diese Fläche räumlich gestalten und den Blick des Betrachters aktiv lenken. Viele vernachlässigen ihren Vorgarten aus mangelnder Überlegung und Phantasie. Für Bewohner und Besucher, aber auch für die Vorübergehenden soll ein Vorgarten harmonisch und einladend wirken. Und so manch schön gestalteter Vorgarten lädt zum Verweilen und zu einem Plausch ein.

Primel

Doppeltes Primelvergnügen: Premiere im Haus, zweiter Frühling im Garten

Winter ade, möchte man singen, wenn uns in den Blumengeschäften oder in den Gartencentern in goldgelb, orange, verschiedenen Blau-, Violett- und Rosatönen, in roten und rostigen Nuancen und in Weiß die Primeln entgegen lachen. Palettenweise möchte man sie nach Hause tragen, um draußen die bis dato verwaisten Schalen, Töpfe, Kästen zu bepflanzen und den Frühling herbeizuzaubern. Denn die Primel, die uns als Topfpflanze so bezaubert, ist ja eine Staude und sogar winterhart. In erster Linie werden die großblumigen Hybriden von Primula acaulis bzw. Primula vulgaris von Dezember bis April als Lückenbüßer vermarktet, für halbschattige Gartenplätze. Aber nicht nur dort sind Primeln prima. Jetzt kann man drinnen im Haus der schönsten Primellust frönen, einfach nur in der Lieblingsfarbe oder in verschiedenen Nuancen einer Farbrichtung oder in lustigem Kunterbunt. Vielleicht auch ganz in Weiß mit kleinem oder großem unterschiedlich getöntem „goldigen“ Herzchen?

Die Qual der Wahl ist bei den prächtigen Farben ebenso groß wie bei der Suche nach einem besonderen, ausgefallenen Pflanzgefäß. Eine Suppenterrine, Keramikschüssel oder gar ein Nachtgeschirr? Alles schon mal dagewesen. Vorzüglich eignen sich Körbe in jeder Form, Körbe, die sich mit Heu, Stroh und/oder trockenen Gräsern, mit Ranken, biegsamen Zweigen, Bändern und Borten und Kordeln natürlich „aufmotzen“ lassen.

Mit perforierter Folie ausgeschlagen, wird jeder Korb zum Pflanzgefäß. Für welches Gefäß Sie sich auch entscheiden: Es kann nur vorübergehend als Primelquartier dienen. Denn nach der Blüte sollten die vor kultivierten Primeln an ein halbschattiges Plätzchen in den Garten gesetzt werden. Dort erleben sie ihren zweiten Frühling. Man kann sich eine kunterbunte Primelecke einrichten, die Jahr für Jahr all die „Frühchen“ vom Zimmerintermezzo aufnimmt, denn zum Wegwerfen sind sie wirklich zu schade.